Studium Generale 2019 – Feuer zur Römerzeit 

Wittelshofen/Ruffenhofen

Mit dem Thema "Feuer" werden die vier Elemente während der Römerzeit im Rahmen des Studium Generale nun abgeschlossen. Wie in den letzten Jahren thematisieren wieder unterschiedliche Vorträge Aspekte rund ein Element, dieses Mal das Feuer. Vielfach spielen auch nochmals die anderen drei Elemente mit hinein, so dass dies nun ein guter Abschluss ist. Wie bisher schon üblich, können die einzelnen Vorträge auch gegen Bezahlung besucht werden. Inhaltlich ist dies problemlos möglich.

Feuer – nicht nur am Dach:
Einführung in das Thema und vielfältige Aspekte rund um das Feuer zur Römerzeit
Frau Corina Brutscher und Dr. Matthias Pausch (Wittelshofen)
Donnerstag, 17.10.2019
Die Nutzung und das „im Zaum halten“ von Feuer sind Themen, die so alt sind wie die Menschheit. Auch viele antike Mythen sind mit dem Feuer verbunden: Prometheus, der von den Göttern das Feuer brachte oder Phönix aus der Asche. In Rom gab es mit den Vestalinnen spezielle Prieste-rinnen, die das heilige Feuer hüten mussten. Auch eine organisierte Feuerwehr ist aus Rom be-zeugt. Für den Limes sehen die Verhältnisse ganz anders aus. Dennoch war es den Römern in Italien und in den Provinzen gut möglich, das Feuer und die unterschiedlichen Temperaturen ohne moderne Messinstrumente gut zu nutzen. Kochen, Backen, Schmieden und das Brennen von Ke-ramik oder das Dörren von Flachs und Ähnlichem mehr sind wichtige Themen, die vorgestellt werden.
Dr. Matthias Pausch ist seit 17 Jahren als Archäologe für das römische Ruffenhofen zuständig und Leiter des LIMESEUM.
Corina Brutscher M.A. ist seit 2018 wissenschaftliche Volontärin im LIMESEUM.
 
Im Spannungsfeld zwischen Römer, Kelten und Germanen:
Brandbestattungen in den römischen Nordwestprovinzen
Johann Schrempp M.A.
Donnerstag, 31.10.2019
Die Verbrennung von Verstorbenen als wesentlicher Bestandteil des Bestattungsritus ist uns aus verschiedenen ur- und frühgeschichtlichen Epochen bekannt. Der italisch-römische und der gallo-römische Bestattungsbrauch läßt sich aufgrund der Vielzahl seiner überlieferten Quellengattungen sehr gut nachvollziehen. Besonders faszinierend ist der wechselseitige Einfluss römischer und einheimischer Bestattungstraditionen in den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches. Anhand ausgewählter Beispiele und aktueller archäologischer Ausgrabungen in der oberrheinischen Tief-ebene soll die kulturhistorische Aussagekraft von Brandgräbern im Allgemeinen aber auch Traditi-on, Verschmelzung und Wandel römischer, keltischer und germanischer Bestattungsbräuche be-leuchtet werden.
Johann Schrempp promoviert derzeit an der Uni in Freiburg. Er leitete von 2015 – 2018 die Aus-grabungen des Gräberfeldes in Diersheim.

Erz, Wasser, Feuer, Luft: Römische Metallproduktion und Verarbeitung
Dr. Martin Straßburger (Hollenbach)
Donnerstag, 14.11.2019
Der Vortrag betrachtet den römischen Bergbau auf Erze, deren Verhüttung und die Weiterverarbei-tung der Metalle. Unverzichtbar in der Metallgewinnung und -verarbeitung waren die Hitze des Feuers, die Kraft des Wassers und die Luft in Form von Gebläsewind für Verhüttungsöfen und Schmiedeessen. Unter dem Einfluss der wirtschaftlichen Dynamik im Imperium Romanum nahmen Bergbau und Metallurgie teils beträchtliche Ausmaße an. Davon zeugen nicht nur umfangreiche archäologische Befunde über und unter Tage. Auch in grönländischen Eiskernen hat die römische Montanwirtschaft deutliche Spuren hinterlassen, die damit bereits auf eine erhebliche Umweltbe-lastung durch die Römer hindeuten.
Dr. Martin Straßburger hat über den Bergbau am Schauinsland bei Freiburg i. Br. promoviert und ist ein Spezialist für Montanarchäologie sowie für Eisenproduktion.

Der Betrieb rekonstruierter römischer Glashütten –
die Forschungen der letzten 15 Jahre
Frank Wiesenberg
Donnerstag, 28.11.2019
Der Vortrag schlägt den Bogen von den Anfängen der experimentalarchäologischen „römi-schen“ Glasofen-Projekte von Mark Taylor und David Hill 2005 und 2005 in England über das seit 2008 laufende Glasofen-Projekt des Provinciaal Archaeologisch Museums Velzeke in Bel-gien bis hin den 2013 begonnenen Forschungen im Archäologiepark Römische Villa Borg im Saarland. Neben den Gründen und archäologischen Grundlagen für Rekonstruktionen von rö-mischen Glasöfen und den damit verbundenen Problemen werden auch eine Reihe von Ergeb-nissen, wie römisches Fensterglas und Glasgefäße – von frei und formgeblasenem Glas bis hin zu Mosaik-Rippenschalen – kurz vorgestellt.
Frank Wiesenberg forscht seit vielen Jahren zur Glasherstellung und studiert derzeit an der Universität Köln provinzialrömische Archäologie.


4 Abende, 17.10.2019 - 28.11.2019
Donnerstag, zweiwöchentlich, 19:00 - 21:00 Uhr
4 Termin(e)
Dr. Matthias Pausch
Corina Brutscher
Johann Schrempp
Dr. Martin Straßburger
Frank Wiesenberg
A04001H
Teilnehmergebühr gesamt: 36,00 €
Teilnehmergebühr (einzelner Vortrag): 10,00 €
Belegung: