Studium Generale 2018 – Erde zur Römerzeit 

Wittelshofen/Ruffenhofen

Die Erde bildet das dritte Thema im Rahmen des Studium Generale zu den vier Elementen während der Römerzeit. Die unterschiedlichen Vorträge thematisieren eine Auswahl und versuchen das Thema Erde möglichst umfassend aufzubereiten. Landnutzung, Kenntnisse zur Topografie, Gartenanlagen und Landwirtschaft sowie Bergbau stehen daher im Mittelpunkt. Der Besuch eines einzelnen Vortrages ist gegen entsprechende Bezahlung auch möglich. Die Vorträge sind so aufgebaut, dass sie als Folge, aber auch einzeln besucht werden können.
Im Herbst 2019 wird die Reihe mit dem „Feuer“ abgeschlossen.
 
Boden unter den Füßen: Einführung zum Thema
„Erde zur Römerzeit“ – Ein Römerhaus entsteht
Dr. Matthias Pausch (Wittelshofen)
Donnerstag, 11.10.2018
In der Antike existierten schon wesentliche Grundvorstellungen zur Topografie. Es gab Kartendarstellungen sowie Berichte über unterschiedliche Länder und wichtige Handelsrouten. Die Römer erschlossen in den ersten beiden nachchristlichen Jahrhunderten viele Länder als Provinzen und veränderten maßgeblich die Landschaft. Der Umgang mit der Landschaft und der Natur geschah oft sehr bewusst. Empfehlungen zu Jagd, Tierzucht, Ackerbau und vieles mehr wurden von römischen Autoren beschrieben und sind teilweise überliefert.
Im zweiten Teil des Vortrags gibt es Einblicke in die fachlichen Grundlagen und die Bauweise der römischen Streifenhäuser. Dabei wird der Bau der Hausfassade, die im Jahr 2019 den Abschluss des römischen Gartens bei der Gartenschau „Natur in Wassertrüdingen“ bildet, näher vorgestellt.
Dr. Matthias Pausch ist seit 16 Jahren als Archäologe für das römische Ruffenhofen zuständig und Leiter des LIMESEUM.
 
Die römische Landwirtschaft in Bayern
Prof. Dr. Thomas Fischer
Donnerstag, 25.10.2018
Die Siedlungslandschaft Bayerns in der Römerzeit wies erhebliche Unterschiede zu heute auf. So prägten ausschließlich Einzelhöfe (villae rusticae) das Bild der ländlichen Besiedlung. Sie bildeten das wirtschaftliche Rückgrat und die Grundlage der Ernährung im römerzeitlichen Bayern. Dörfer im modernen Sinne als Ansammlung von landwirtschaftlichen Betrieben gab es damals noch nicht. Inzwischen haben die Archäologen zahlreiche dieser Villen durch Ausgrabungen und Luftbildbefunde entdeckt und erforscht, einige auch konserviert und sichtbar gemacht.
Der Vortrag bietet allgemeine Informationen zur römischen Landwirtschaft in Bayern; so zu Bauweise und Geschichte der römischen Bauernhöfe und Mühlen. Auch die Herkunft und Lebensweise ihrer Bewohner wird beschrieben. Ebenso geht er  auf die Kulturpflanzen und die Haustiere der Römerzeit ein. Schließlich wird der Frage nachgegangen, wer die Abnehmer der in den villae rusticae erzeugten Produkte waren und wie sie zu den Konsumenten gelangten.
Prof. Dr. Thomas Fischer lehrte an der Universität Köln und hat sich u.a. intensiv mit römischer Landwirtschaft beschäftigt.
 
Steine für das Römische Reich –
Die antiken Tuffbergwerke am Laacher See-Vulkan

Dr. Holger Schaaff (Mayen)
Donnerstag, 08.11.2018
Die Täler rund um den Laacher See-Vulkan in der Osteifel sind für ihre mächtigen Lagerstätten von vulkanischem Tuff bekannt, die vor etwa 13 000 Jahren entstanden. In der Zeit um Christi Geburt begann der römische Staat mit der professionellen Gewinnung des Tuffsteins, einem wertvollen Baustein, den die Römer aus ihrer Heimat Italien kannten und schätzten. Von Anfang an diente der Stein zur Errichtung repräsentativer Großbauten. Tuffstein wurde über weite Strecken in unterirdischen Steinbrüchen gewonnen. In den vergangenen Jahren gelang es, letzte Reste dieser einst weitläufigen Stollensysteme archäologisch zu untersuchen.
Der Vortrag gibt nicht nur Einblicke in das römische Bergbauwesen, sondern geht auch den Fragen nach, wie viele Menschen im Tuffabbau arbeiteten, welche Götter sie verehrten und welche Rolle das römische Militär spielte. Abschließend werden die Folgen des antiken Bergbaus bis in die Gegenwart beleuchtet.
Dr. Holger Schaaff ist Leiter des Kompetenzbereichs Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz mit Sitz in Mayen.
 
Gärten (wie) im Alten Rom?
Archäologie und Rekonstruktion antiker Gärten

Dr. Dr. Günther Thüry
Donnerstag, 22.11.2018
Was wissen wir über die Gärten der Römerzeit: über die Art, wie sie angelegt waren und über die Gartenpflanzen des antiken Italien und der Provinzen nördlich der Alpen? Der Vortrag gibt einen Überblick und geht der Frage nach, wie weit es möglich ist, antike Gärten in unseren Breiten zu rekonstruieren. Dabei wird über die praktischen Erfahrungen berichtet, die bei bisherigen Projekten dieser Art gewonnen wurden, und ebenso über die Lehren, die aus diesen Projekten gezogen werden können.
Dr. Dr. Günther E. Thüry lehrt an der Universität Salzburg und hat u. a. den römischen Garten in Carnuntum (Österreich) angelegt. Er hat zahlreiche Publikationen über Pflanzen und Gärten zur Römerzeit verfasst.

4 Abende, 11.10.2018 - 22.11.2018
Donnerstag, zweiwöchentlich, 19:00 - 21:00 Uhr
4 Termin(e)
Dr. Matthias Pausch
Prof. Dr. Thomas Fischer
Dr. Holger Schaaff
Mag. Dr. Dr. h.c. Günther Thüry
A04001H
Teilnehmergebühr gesamt: 32,00 €
Teilnehmergebühr (einzelner Vortrag): 8,50 €
Belegung:
 
  1. vhs des Landkreises Ansbach

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